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Fachtagung "Gute Personalführung"

Einleitung

Am 24.09.2013 hatte das RKW die Gelegenheit, das Thema Mitarbeiterführung mit Unternehmerinnen und Unternehmern in Regensburg zu diskutieren. Dort fand eine Fachtagung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung in Zusammenarbeit mit der IHK Regensburg statt. Zielgruppe waren vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen aus der Region. Der Titel der Veranstaltung lautete: "Gewusst wie! Fachkräftesicherung in Ostbayerns Firmen". Nähere Informationen zu Programm und Ablauf der gesamten Fachtagung finden sie im auf folgenden Webseiten:

Die zwei vormittags und nachmittags stattfindenden Foren „Gute Mitarbeiterführung = gute Mitarbeiterbindung“ wurden von Susanne Kurz vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung moderiert. Vertreterinnen und Vertreter regionaler Firmen trugen auf einem Podium ihre Erfahrungen und ihren Sachverstand bei.

Zu Beginn der beiden gut besuchten Foren präsentierte Andreas Hinz Ergebnisse des Projekts „Rationalisierungsstrategien in demografischen Wandel“. Es wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds für Deutschland finanziert. Projektträger war die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt. Die Inhalte des Vortrags sind den folgenden Folien zu entnehmen:

Vortrag



Diskussion

Gesundheit
Im Anschluss an die Präsentation diskutierten die Teilnehmenden ausführlich über die Bedeutung von Führung für den Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. "Gesundheit ist im Betrieb ein Riesenthema", in das die Führungskräfte eingebunden sind, berichtete eine Unternehmerin aus ihrer Firma. Einigkeit herrschte unter den Teilnehmenden über die hohe betriebswirtschaftliche Relevanz des Handlungsfelds. Man müsse die gesundheitlichen Belange der einzelnen Mitarbeitenden ernst nehmen, damit sie arbeitsfähig bleiben. Belastungsprobleme erfordern eine hohe Aufmerksamkeit der Führungskräfte.

Darüber hinaus diskutierten die Unternehmerinnen und Unternehmer über Vorgehensweisen zur Vermeidung und Minderung von Fehlbelastungen: Technische Hilfsmittel zur besseren Bewältigung von Belastungen müssten so weit wie möglich eingesetzt werden. Häufig reiche dies aber nicht aus. Versetzungen in andere Bereiche seien oft erforderlich. Zudem bieten altersgemischte Teams die Chance zu einer angemessenen Verteilung von Belastungen zwischen Alt und Jung.

Schließlich wurde das Thema gesunde Führung durch den Vorschlag einer Unternehmerin zur Ermittlung von Arbeitsbelastungen abgerundet. Sie empfahl die Nutzung anonymisierter Auswertungen von Arbeitsunfähigkeitsdaten derjenigen Krankenkasse, in denen eine große Zahl der Mitarbeitenden versichert ist. Solche Auswertungen geben Hinweise auf Schwachstellen im Gesundheitsschutz. In ihrem Unternehmen werden die Daten zu Fehlzeiten bereichsbezogen gemeinsam mit den Führungskräften besprochen, um Problembereiche zu identifizieren.

Kompetenzentwicklung bei Führungskräften
Einen weiteren Diskussionspunkt bildete die Kompetenzentwicklung bei Führungskräften. Dabei geriet die beruflich-fachliche Herkunft der meisten Führungskräfte aus technischen Bereichen ins Blickfeld. Die Führungskräfte seien in der Regel zwar auf ihrem Fachgebiet gut qualifiziert. Aber Personalführung müssen viele von ihnen erst lange und mit betrieblicher Unterstützung lernen. Insofern müssen Führungskräfte gezielt geschult werden. Personalabteilungen sollten dabei als Ansprechpartner für Führungskräfte fungieren.

Kommunikation
Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussion auch über den hohen Stellenwert von leistungsfähigen Kommunikationsstrukturen. Die Regelkommunikation dürfe im Alltagsgeschäft nicht untergehen. Daher sollten Termine zur Kommunikation langfristig festgelegt werden und regelmäßig Mitarbeitergespräche und Betriebsversammlungen stattfinden. Dies dient der Einbindung der Mitarbeitenden in das betriebliche Geschehen. Ein Unternehmer berichtete in diesem Zusammenhang, dass in seinem Hause die Teams Freiräume bei der Klärung ihrer Bereichsziele haben. Jahresziele werden auf Versammlungen, zu denen auch die Familienangehörigen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen sind, vorgestellt.
Eine angemessene Leitungsspanne ist für die Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden von hoher Relevanz. Die Wissenschaft kann hier keine "optimale" Leitungsspanne benennen, weil diesbezüglich viele Faktoren, wie zum Beispiel Arbeitsaufgaben und Kompetenzen der Teams zu berücksichtigen sind. In der Diskussion kristallisierte sich aus den praktischen Erfahrungen der Firmen eine Leitungsspanne von 15 bis 20 Personen heraus, die nicht überschritten werden sollte, um die Beschäftigten angemessen betreuen zu können.

Ausblick

Die Diskussionen haben gezeigt, dass das Thema Führung vielen Unternehmen auf den "Nägeln brennt". Eine "gute Personalführung" leistet einen großen Beitrag zur Gesundheit der Beschäftigten und damit auch zur Sicherung ihrer Leistungsfähigkeit. Die Unternehmen müssen gute Rahmenbedingungen für das Handeln ihrer Führungskräfte schaffen, um ihre Mitarbeitenden unterstützen zu können. Im Januar 2014 werden zwei Workshops zum Thema Führung in der Region durchgeführt. Dort sollen die Handlungsfelder von Führung mit den Firmen vertieft diskutiert und bearbeitet werden.

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